Carbon Laminieren
Einleitung
In den letzten Jahren ist Kohlefaser als Werkstoff im Flugzeugbau und in der Automobilindustrie, aber auch
in anderen technischen Bereichen, immer öfter anzutreffen. Vor allem in Supersportwagen wie dem McLaren F1
und dem Lamborghini Murciélago wird Kohlefaser für den Bau von Karosserieteilen und Interieur verwendet.
in anderen technischen Bereichen, immer öfter anzutreffen. Vor allem in Supersportwagen wie dem McLaren F1
und dem Lamborghini Murciélago wird Kohlefaser für den Bau von Karosserieteilen und Interieur verwendet.
Vorteile von Kohlefaser sind zum Beispiel die enorme Härte und Stabilität bei einem geringen Gewicht. Damit ist
Kohlefaser, neben Aluminium, der Stoff der die Zukunft des automobilen Leichtbaus bestimmen wird.
Kohlefaser, neben Aluminium, der Stoff der die Zukunft des automobilen Leichtbaus bestimmen wird.
Aber Kohlefaser, auch Carbon genannt, wird nicht nur im Zusammenhang mit Leichtbau verwendet, denn dieser
Werkstoff ist auch optisch sehr ansprechend. Um den Innenraum von Autos etwas sportlicher zu gestalten greifen
die Autohersteller längst nicht mehr nur auf Aluminium zurück. Audi, BMW und Mercedes verwenden schon
seit Jahren Echtcarbondekor um ihre sportlichen Modelreihen noch sportlicher zu machen.
Werkstoff ist auch optisch sehr ansprechend. Um den Innenraum von Autos etwas sportlicher zu gestalten greifen
die Autohersteller längst nicht mehr nur auf Aluminium zurück. Audi, BMW und Mercedes verwenden schon
seit Jahren Echtcarbondekor um ihre sportlichen Modelreihen noch sportlicher zu machen.
Diese Dekorleisten sind meistens nicht ganz aus Carbon hergestellt, sondern nur mit Carbon laminiert. D.h. eine
Schicht Carbongewebe wird mit Hilfe von Kunstharz auf die Leiste aufgetragen. Nach der Versiegelung mit Klarlack
erhält man eine sportliche Optik und einen enormen „Wow" Effekt.
Schicht Carbongewebe wird mit Hilfe von Kunstharz auf die Leiste aufgetragen. Nach der Versiegelung mit Klarlack
erhält man eine sportliche Optik und einen enormen „Wow" Effekt.
Viele Firmen bieten diesen Service für Jedermann an. Man kann die gewünschten Teile bei diesen Firmen mit Carbon
laminieren lassen – für einen entsprechend hohen Preis! Die Kosten für das Material sind im Vergleich zu den
Arbeitskosten minimal, also warum sollte es also nicht möglich sein sich solche Carbonteile selber zu
laminieren?Es ist nicht unmöglich, aber mit einem hohen Zeitaufwand verbunden!
laminieren lassen – für einen entsprechend hohen Preis! Die Kosten für das Material sind im Vergleich zu den
Arbeitskosten minimal, also warum sollte es also nicht möglich sein sich solche Carbonteile selber zu
laminieren?Es ist nicht unmöglich, aber mit einem hohen Zeitaufwand verbunden!
Die Folgende Anleitung zeigt in einzelnen Schritten wie man dabei vorgehen muss
und was man beachten muss!
und was man beachten muss!
Um eine Fläche mit Carbongewebe laminieren zu können benötigt man folgendes Material:
* Carbongewebe
Das Gewebe ist erhältlich in verschiedenen Bindungen und Materialstärken. Die Köperbindung ist optisch am ansprechendsten und wird dementsprechend am meisten genutzt. Die Materialstärke hängt von der Beschaffenheit der zu laminierenden Fläche ab. Ist die Fläche sehr komplex und besteht aus vielen Kanten und Rundungen, dann ist eine Materialstärke von 200g/m² ideal. Bei großen Flächen ohne viele Kanten kann man auch zu einer höheren Materialstärke greifen. Im Endeffekt muss aber jeder selber sehen mit welchem Material er am besten arbeiten kann.
Das Gewebe ist erhältlich in verschiedenen Bindungen und Materialstärken. Die Köperbindung ist optisch am ansprechendsten und wird dementsprechend am meisten genutzt. Die Materialstärke hängt von der Beschaffenheit der zu laminierenden Fläche ab. Ist die Fläche sehr komplex und besteht aus vielen Kanten und Rundungen, dann ist eine Materialstärke von 200g/m² ideal. Bei großen Flächen ohne viele Kanten kann man auch zu einer höheren Materialstärke greifen. Im Endeffekt muss aber jeder selber sehen mit welchem Material er am besten arbeiten kann.
* Harz
Das Harz dient dazu das Carbongewebe auf die zu laminierende Fläche zu kleben und eine Deckschicht über dem Carbon zu bilden die später mit Klarlack versiegelt wird. Das Harz besteht immer aus dem Harz selber und einem Härter. Das Mischungsverhältnis beträgt zum Beispiel 60:100. Es hängt aber immer vom jeweiligen Harz ab.
Das Harz dient dazu das Carbongewebe auf die zu laminierende Fläche zu kleben und eine Deckschicht über dem Carbon zu bilden die später mit Klarlack versiegelt wird. Das Harz besteht immer aus dem Harz selber und einem Härter. Das Mischungsverhältnis beträgt zum Beispiel 60:100. Es hängt aber immer vom jeweiligen Harz ab.
Wichtig ist es auch das Harz auf den Einsatzzweck abzustimmen! Im Auto zum Beispiel werden im Sommer extrem hohe und im Winter niedrige Temperaturen erreicht. Außerdem ist es UV Licht ausgesetzt.
Sind die Teile nur für die Optik auflaminiert kann mit Abstrichen in Punkto Festigkeit mehr Augenmerk auf die UV- und Temperaturbeständigkeit gelegt werden.
* Pinsel oder Rollen
Um das Harz auf das Gewebe auftragen zu können, benötigt man Pinsel. Diese Pinsel sollten von guter Qualität um ausgefallene Borsten zu vermeiden. Wenn das Harz hart geworden ist, ist es fast unmöglich die Borsten wieder heraus zu bekommen. Viele schwören bei großen Oberflächen auf das Benutzen von Rollen um das Harz flächendeckend zu verteilen. Bei Rollen besteht das Problem mit den Borsten nicht, doch sie sind im Vergleich zu Pinseln meist teurer und eignen sich nicht für kleine Oberflächen mit Wölbungen und Kanten.
Um das Harz auf das Gewebe auftragen zu können, benötigt man Pinsel. Diese Pinsel sollten von guter Qualität um ausgefallene Borsten zu vermeiden. Wenn das Harz hart geworden ist, ist es fast unmöglich die Borsten wieder heraus zu bekommen. Viele schwören bei großen Oberflächen auf das Benutzen von Rollen um das Harz flächendeckend zu verteilen. Bei Rollen besteht das Problem mit den Borsten nicht, doch sie sind im Vergleich zu Pinseln meist teurer und eignen sich nicht für kleine Oberflächen mit Wölbungen und Kanten.
* Küchenwaage
Um das Mischungsverhältnis von Harz und Härter einhalten zu können benötigt man eine möglichst präzise Waage. Dabei haben sich digitale Küchenwaagen (Tare und Messung in Gramm) bewährt, da man meistens nicht so große Mengen mischen muss. Solche Waagen findet man in jedem größeren Supermarkt oder auch bei eBay.
Um das Mischungsverhältnis von Harz und Härter einhalten zu können benötigt man eine möglichst präzise Waage. Dabei haben sich digitale Küchenwaagen (Tare und Messung in Gramm) bewährt, da man meistens nicht so große Mengen mischen muss. Solche Waagen findet man in jedem größeren Supermarkt oder auch bei eBay.
*Entlüfter
wird beim Mischen des Harzes mit dem Härter Entlüfter hinzugegeben um Lüftbläschen zu vermeiden die nach dem Aushärten des Harzes eine unschöne Oberfläche ergeben. Diese Lufteinschlüsse bekommt man später nur sehr schwer raus, deshalb ist der Einsatz eines Entlüfter sehr ratsam.
wird beim Mischen des Harzes mit dem Härter Entlüfter hinzugegeben um Lüftbläschen zu vermeiden die nach dem Aushärten des Harzes eine unschöne Oberfläche ergeben. Diese Lufteinschlüsse bekommt man später nur sehr schwer raus, deshalb ist der Einsatz eines Entlüfter sehr ratsam.
* Schleifpapier
Den wohl größten Verschleiß wird man bei Schleifpapier haben. Davon braucht man grobes und feines, jeder sollte selber sehen mit welchem er die Oberfläche am besten eben bekommt. Später wenn es ans Finish geht muss man Nassschleifpapier benutzen um eine glatte Oberfläche zu erhalten.
Den wohl größten Verschleiß wird man bei Schleifpapier haben. Davon braucht man grobes und feines, jeder sollte selber sehen mit welchem er die Oberfläche am besten eben bekommt. Später wenn es ans Finish geht muss man Nassschleifpapier benutzen um eine glatte Oberfläche zu erhalten.
*Sonstiges
Neben den oben aufgeführten Materialien sind
Gummihandschuhe (Einweghandschuhe wie man sie in Verbandkästen findet), Mischbecher und Rührstäbchen nötig. Frischhaltefolie erleichtert die Arbeit oftmals, deswegen sollte man immer welche im Haus haben. smile.gif Außerdem benötigt ihr auch eine Schere, Cutter Messer und möglicherweise einen Dremel.Neben den oben aufgeführten Materialien sind
Auf den ersten Blick wirkt es natürlich sehr aufwendig und teuer. Beides ist wahr, aber im Vergleich zu den Kosten die eine Firma für das Laminieren mit Carbongewebe nimmt, sind die Kosten beim Eigenbau sehr moderat. Nach den ersten Versuchen und den ersten erfolgreichen Ergebnissen ist es dann auch nicht mehr so schlimm, da ab diesem Zeitpunkt fast alles gelingt und immer besser wird.
Vorbereitung
Als erstes sollte man sich einen Arbeitsplatz aussuchen an dem man genug Platz hat und der möglichst Staubfrei sein sollte um beim späteren Auftragen des Harzes keine Staubeinschlüsse zu bekommen. Um eventuelle Beschädigungen auf dem Untergrund auf dem ihr arbeitet zu vermeiden, solltet ihr ihn mit etwas auslegen. Gut geeignet sind die großen blauen Müllsäcke. Diese müsst ihr einfach an der Seite aufschneiden und könnt sie anschließend zum auslegen des Untergrundes benutzen. Weniger geeignet sind Zeitungspapier und sonstige Materialien die sich mit Harz vollsaugen, da das Harz dann durch das Material dringt und am Untergrund kleben bleibt.
Erste Versuche
Für die ersten Versuche sollte man sich kleinere Oberflächen aussuchen, möglichst mit einfacher Geometrie. Gut eignet sich z.B. der Deckel des Hinteren Aschenbechers beim A4 B5 oder die Abdeckung des Sicherungskastens beim A4 B5. Außerdem ist es wichtig gründlich zu arbeiten und sich eine gewisse Gründlichkeit anzueignen. Es nützt euch nichts wenn ihr schnell und schlampig arbeitet und dass Ergebnis später nicht gut aussieht. Also lieber langsam und gründlich arbeiten, als das Teil später wegschmeißen zu müssen.
Mit der Zeit werden ihr dann immer geschickter und entwickelt eure eigene Technik im Umgang mit Carbongewebe. Es ist nicht ungewöhnlich wenn man 1m² Gewebe verbraucht bis man die ersten "Erfolge" feiert.
Vorgehensweise
Als erstes nimmt man ein mittelgrobes Schleifpapier und rauht damit die Oberfläche an, die man laminieren will. Anschließend nimmt man die Waage zur Hand und wiegt 100 Teile Harz und 60 Teile Härter ab und verrührt diese gründlich. Entlüfter muss man jetzt noch nicht benutzen da die erste Schicht nur dazu benutzt wird um das Gewebe zu fixieren. Nun lässt man das Gemisch eine Zeit lang anziehen bis es dickflüssig und klebrig ist, aber noch flüssig genug um gut mit dem Pinsel verstreicht werden zu können. Anschließend streicht man die Oberfläche dünn mit dem Harz ein und wartet wieder eine kurze Zeit bis das Harz klebrig geworden ist. Dann legt man das vorher grob zugeschnittene Gewebe auf und drückt es gleichmäßig an um Unebenheiten zu vermeiden. Und hier kommt die Frischhaltefolie ins Spiel. Wenn das Gewebe an den Kanten nicht halten will, kann man es mit der Frischhaltefolie anpressen. Dabei sollte man nur aufpassen dass das Gewebe nicht verrutscht und der Faserverlauf gleichmäßig bleibt. Ist das Gewebe fixiert und der Faserverlauf gleichmäßig, muss man das ganze nun 24h lang trocknen lassen.
Wenn das Ganze dann nach 24h trocken ist, folgt der nächste Arbeitsschritt. Man mischt wieder das Harz und den Härter in dem vorgegebenen Mischungsverhältnis. Da diesmal aber die erste Deckschicht gemacht wird, sollte man jetzt den Entlüfter mit reinmischen und dann alles wieder gut umrühren. Wenn das Ganze dann ein wenig angezogen hat, kann man es vorsichtig mit einem Pinsel über das getrocknete Gewebe auftragen. Dabei sollte man aufpassen dass keine Borsten ausfallen und wenn dann sollte man sie sofort entfernen. Danach wieder 24h trocknen lassen.
Die nächsten Arbeitsschritte wiederholen sich immer wieder. Oberfläche planschleifen, Harz auftragen und trocknen lassen. Dies wiederholt man nun 3-4 mal und versucht eine plane Oberfläche zu bekommen. Wenn die Oberfläche plan genug ist versucht man mit immer feinerem Schleifpapier die Oberfläche immer feiner zu bekommen und eventuelle Kratzer rauszubekommen. Am Ende wird die Oberfläche mit Nasschleifpapier schliffen und sollte dann eigentlich fertig sein. Wenn das nicht der Fall ist und noch Kratzer oder Unebenheiten drin sind, muss man einfach mehr schleifen. Das ist wohl die nervigste und zeitaufwendigste Arbeit, aber einfach nötig um später ein schönes Ergebnis zu erhalten. Ist die Oberfläche wie gewünscht muss man nur noch zum Lackierer und 1-2 Schichten Klarlack lackieren lassen.